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Foligno

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Entdecke Foligno

Mitten im Tal Valle dell’Umbria gelegen und vom Fluss Topino durchquert, war Foligno seit jeher ein besonders wichtiger Kommunikationsknotenpunkt, um alle Ortschaften der Region und sogar die Hauptstadt Rom zu erreichen.

Aufgrund der günstigen Lage und des Reichtums des umliegenden Landes war die Stadt ein Ziel für Pilger, Künstler und Handwerker, die den antiken Ort in das verwandelt haben, was heute die drittgrößte Stadt Umbriens nach Perugia und Terni ist.

Die Bombardierungen während des Zweiten Weltkrieges und die zahlreichen Erdbeben haben das äußerliche Erscheinungsbild der Stadt nachhaltig geprägt, das insbesondere moderne Formen enthält. Aber die große Anzahl an religiösen Gebäuden, die die Straßen des Zentrums aufwerten, wird Sie mit Sicherheit aufgrund der verschiedenen, bis heute erhaltenen Formen und Stile verzaubern. Die traditionelle „Eiform“ aus dem Mittelalter ist heute das Herzstück einer sehr großen Stadt, die sich bis ins Umland erstreckt, ihre Natürlichkeit und die Reinheit des alten Geistes bewahrt hat.

Wie könnte man also anders als sich im Rahmen des Reiterturniers Giostra della Quintana in der Magie der Vergangenheit zu verlieren? Oder sich nicht privilegiert fühlen, dass man das Polyptpchon des Alunno aus dem 15. Jahrhundert, von dessen Zauber selbst Napoleon eingenommen wurde, noch heute bestaunen kann? Und wie könnte einen der Stolz einer Stadt, in der mit einem unglaublichen Weitblick der erste Druck von dem, was zum wichtigsten Werk der italienischen Literatur wurde – der Divina Commedia von Dante – nicht berühren?

All das und noch viel mehr ist Foligno, die einzige flache Stadt der Region, die auch von weniger athletischen Touristen bequem besichtigt werden kann, um gemeinsam mit den Erinnerungen aus der Vergangenheit den Rausch der Moderne durch die Ausstellungen des CIAC (Centro Italiano di Arte Contemporanea, deutsch: Italienisches Zentrum für moderne Kunst) und die zeitlosen Köstlichkeiten aus Öl, Wein und lokalen Produkten kennenzulernen.

Auf Erkundungstour durch Foligno

Im Unterschied zum Großteil der umbrischen Städte, die auf Hügeln verwurzelt sind, erstreckt sich Foligno auf der Ebene am Ufer des Flusses Topino und kann einfach zu Fuß oder mit dem Fahrrad besichtigt werden.

Ausgehend von der Piazza Repubblica, dem Herz der Stadt und dem neuralgischen Punkt, an dem alle wichtigen Straßen der Stadt zusammenlaufen, können Sie die bürgerlichen Palazzi bewundern, deren Fassade als Rahmen für die Piazza selbst dienen: der Palazzo Comunale, dessen Turm samt Zinnen bis heute aufrecht erhalten ist, der Palazzo Trinci, eine Erinnerung an die Adelsfamilie, die die Geschicke der Stadt während des gesamten 14. Jahrhunderts leitete, der Palazzo Orfini, in dem 1472 die erste Ausgabe der Divina Commedia ans Licht kommt, und im direkten Anschluss daran der Palazzo del Podestà. An der gegenüberliegenden Seite der Piazza befindet sich der Dom, der dem Heiligen Feliciano, dem Stadtpatron, gewidmet und direkt mit dem Palazzo delle Canoniche verbunden ist, in dem sich heute das Museum Museo Capitolare Diocesano befindet.

Wenn Sie nichts versäumen möchten, dann liegt hinter dem Palazzo Trinci, auf der kleinen Piazza del Grano die kleine Kirche Chiesetta di S. Apollinare, auch della Morte (Kirchlein des Todes) genannt. Aber lassen Sie sich von diesem außergewöhnlichen Namen nicht abschrecken, denn die Funktion der Kirche war alles andere als negativ, da die Mitglieder des Ordens sich darum kümmerten alle zum Tode Verurteilten zu begraben und zu unterstützen.

Wenn Sie die Via XX Settembre nach oben gehen gelangen Sie zu dem, was früher das mittelalterliche Stadttor von Foligno war: Porta San Giacomo. Es liegt unweit von der gleichnamigen Piazza und von der Kirche, die beide dem Heiligen Jakob gewidmet sind. Wenn Sie von hier aus dem Verlauf des Flusses Topino folgen, können Sie einen beträchtlichen Teil der alten Stadtmauer betrachten, die bis heute gut erhalten ist. Am Tor Porta Ancona an der Kreuzung mit der Via Garibaldi angekommen, können Sie dieser Lebensader der Stadt folgen, um weitere religiöse Gebäude an beiden Seiten zu bestaunen: zuerst rechts die ehemalige Kirche Chiesa della SS. Trinità in Annunziata, heute Sitz des Museumszammenschlusses CIAC, wo sich das berühmte Kunstwerk Calamita Cosmica von Gino de Dominicis befindet. Etwas weiter vorne, an den beiden Seiten der Piazza Garibaldi, empfangen Sie die Chiesa di S. Agostino (Kirche zum Hl. Augustus) und die Chiesa di S. Salvatore (Kirche zum Hl. Salvatore), die einzige Hinterbliebene des verschwundenen Klosterkomplexes. Wenn Sie wieder fast bis ins Zentrum der Stadt zurückgehen, können Sie die kleine Kirche Chiesetta di S. Maria del Suffraggio betrachten, unweit vom Oratorium Oratioro della Nunziatella, das Sie unbedingt betreten müssen, um die beiden Kunstwerke des berühmten Malers Perugino zu bestaunen: „Il Battesimo di Gesù“ („Die Taufe Jesu“), und „Padre Eterno“ („Ewiger Vater“).

Gehen Sie auf dieser Lebensader, deren Namen sich inzwischen in Via Mazzini geändert hat weiter, um zur Piazza di San Domenico zu gelangen, auf der sich die sehr alte Kirche Chiesa di S. Maria Infraportis befindet, die früher sogar außerhalb der Stadtmauer lag, sowie das Oratorium Oratorio del Crocifisso und die ehemalige Krirche Chiesa di S. Domenico, die heute im Besitz der Gemeinde Foligno ist und am Ende des 20. Jahrhunderts in ein städtisches Auditorium verwandelt wurde.

An dieser Stelle ist Ihr Rundgang schon fast zu Ende. Wenn Sie noch einige Hundert Meter weitergehen, werden Sie auf einer Seite den Park Parco dei Canapè hinter den mittelalterlichen Mauern finden und auf der anderen Seite die Kirche Chiesa di S. Niccolò, in der sich das Polyptychon Polittico della Natività vom Künstler Nicolò di Liberatore, genannt Alunno, aus Foligno befindet. Wie wertvoll das Werk war fiel sogar Napoleon auf, der es 1812 nach Frankreich transportieren und dort im Louvre aufbewahren ließ. Dort befindet sich noch heute der Sockel, der als einziger Gegenstand nach der Rückgabe 1817 nie mehr nach Italien zurückgekehrt ist.

In einem Manuskript aus dem 17. Jahrhundert, das in der Bibliothek von Foligno und im Kloster Monastero di S. Croce di Sassovivo aufbewahrt wird, bestätigt der berühmte Historiker aus Foligno Ludovico Iacobilli, dass die Kirche im Jahr 1094 vom Bischof Bonfilio gegründet und einige Jahre später, nämlich 1120, ein anderer Bischof, Andrea, den Plan von Beato Alberto, Ordensbruder von Sassovivo, genehmigt hatte, der für dien Bau des angeschlossenen Klosters bürgte.

Wo auch immer der tatsächliche Ursprung des Komplexes liegt, die erste dokumentierte Erwähnung betreffend das Vorhandensein der Kirche geht lediglich auf das Jahr 1138 zurück, als Papst Innozenz II. im Schriftstück „Religiosis desideriis“ die Übergabe von Kirche und Kloster an die Mönche von Sassovivo betonte und bestätigte.

Im Jahr 1248 gelangte das Gebäude wieder unter die Leitung des Bischofs von Foligno, der es wiederum 1348 an die Benediktinermönche der Ordensgemeinschaft S. Maria del Monte Oliveto übergab. Ausgerechnet diese Mönche ließen die ersten Renovierungsarbeiten an den baufälligen Gebäuden durchführen. Von diesen ersten Renovierungsarbeiten sind im aktuellen Gebäude nur noch wenige Spuren zu entdecken, die am Seitentor der Kirche und im kreuzförmigen Bogen der Sakristei wahrzunehmen sind.

Die Mönche trugen die beträchtlichen Kosten für die Arbeiten und zelebrierten in der Kirche bis zum Jahr 1434 Messen, als sie endgültig von den Eremiten des Augustinischen Ordens der Ordensgemeinschaft S. Maria del Popolo abgelöst wurden, die die Kirche bis heute nutzen.

Im 15. Jahrhundert wurde das gesamte Gebäude mit Kapellen und Wandgemälden verschönert, die zu den schönsten der Stadt Foligno gehören und Kunstwerke bedeutender lokaler Künstler wie Bartolomeo di Tommaso und Niccolò di Liberatore, auch l’Alunno genannt, sind.

Das wichtigste Kunstwerk ist heute das in der Sakristei aufbewahrte Kreuz.

Die architektonischen Arbeiten waren jedoch noch nicht abgeschlossen und zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert standen Kirche und Kloster im Mittelpunkt neuer, wichtiger struktureller Änderungen, die ihnen das moderne Erscheinungsbild verliehen, das Anrainer und Besucher heute genießen können. Die Arbeiten zogen sich über gut sechs Jahre hinaus, kosteten die beträchtliche Summe von 2050 Scudi und erforderten die Mitarbeit des berühmten Architekten Luigi Vanvitelli aufgrund eines Streits zwischen den Bauherren.

Die Streitigkeiten um die Kirche wollten nicht enden und zwischen 1798 und 1799 wurde die Kirche infolge der französischen Invasion zu einem Militärlager umfunktioniert.

Erst 1814 gelangte das Gebäude wieder unter die Kontrolle der Augustiner, die es 1861 zuerst als öffentliche Schule und anschließend, im Jahr 1875, als Sitz der berühmten Schule für Kunst und Handwerk Foligno nutzten.

So gelangen wir zum Ende des modernen Zeitalters mit der Mittelschule „Giuseppe Piermarini“, die ab 1962 in den Räumen des ehemaligen Klosters untergebracht ist.

Die lineare und durch den Haupteingang verzierte Außenfassade im Renaissance-Stil wurde im 18. Jahrhundert mit den Materialien aus dem Abbruch der Kapelle im Inneren, in der der berühmteste Kirchenpolitiker begraben war, errichtet. An der linken Mauer sind noch heute die Zeichen des alten Tors, das durch das heutige Tor ersetzt wurde, zu sehen, während an der rechten Mauer der quadratische Glockenturm auf Höhe der Sakristei befindet.

Der Innenraum ist in drei Schiffe unterteilt, wobei das Hauptschiff größer als die Seitenschiffe ist, die Nischen für verschiedene Heilige mit Fresken aus dem 15.-17. Jahrhundert enthalten. Die bekanntesten sind jene des Alunno, ein berühmter lokaler Künstler, im rechten Querschiff, auf denen die Krönung der Jungfrau und die Heiligen Antonius von Sorrent und Bernhardin von Siena dargestellt sind.

Das Hochaltarraum in der Mitte beherbergt den Hauptaltar, von dem aus der hochwertige, zweigeschoßige Chor aus Nussholz aus dem Jahr 1751 betrachtet werden kann.

Aber zweifelsohne gilt der größte Ruhm der Kirche dem Werk von l’Alunno, das nach verschiedenen Streitigkeiten und Disputen in der Stadt bis heute im Inneren der Cappella di S. Giuseppe (Kapelle zum Hl. Josef) in der Mitte der rechten Kirchenmauer aufbewahrt wird. Dabei handelt es sich um das Polyptychon, auf dem die Geburt Jesu Christi mit den Heiligen Sebastian, Nikolaus von Bari, Erzengel Michael und dem Heiligen Evangelisten Johannes dargestellt ist. Das Bild wurde mit Tempera-Farbe auf eine besonders große Tafel gemalt (300 x 340 cm) und von der Edelfrau Brigida degli Elmi, Witwe des Händlers Michele di Nicolò Picchi im Jahr 1479 in Auftrag gegeben. In Wirklichkeit wurde das Werk erst viele Jahre später, 1492, nach dem Tod der Auftraggeberin geschaffen. Aufgrund seiner Vortrefflichkeit wurde das Bild von Napoleon entwendet und bis 1817 in Frankreich aufbewahrt. Danach wurde es teilweise nach Italien zurückgebracht. Dem Polyptychon fehlt heute tatsächlich der Sockel, der sich noch im Louvre befindet.

Im modernen Zeitalter war das Kunstwerk Gegenstand von Streitigkeiten und Konflikten zwischen den Pfarrern der Kirche Chiesa di San Nicolò und er Gemeinde Foligno, die das Polyptychon anlässlich eines versuchten Raubes für kurze Zeit in die Gemäldesammlung der Gemeinde in den Palazzo Trinci bringen ließen. Erst nach unterschiedlichen Streitigkeiten erhielt das Kunstwerk die Begnadigung an seinen originale, von der Auftraggeberin gewollten Ort zurückgebracht zu werden, wo es noch heute in seinem vollen Glanz bewundert werden kann.

In Foligno, unweit von der Piazza Garibaldi, gegenüber der Kirche Chiesa di Sant‘ Agostino erhebt sich die Abtei Abbazia di San Salvatore.

Dem Historiker Ludovico Iacobilli aus Foligno zufolge wurde das Kloster im Jahr 970 errichtet, aber die ersten offiziellen Dokumente gehen lediglich auf das Jahr 1138 zurück.

Die damaligen Historiker sprachen von „schwarzen Mönchen der alten Benediktinerkongregation …“ sowie von „einer sehr mächtigen Abtei“.

In Wahrheit verlor das Gebäude sein Prestige und seine vorherrschende Rolle jedoch sehr schnell, sodass im Jahr 1249 nur noch die Kirche und nicht mehr das Kloster erwähnt wurde, das fast sicher mit der Übersiedelung der Mönche in die nahegelegene Abtei Abbazia di Sassovivo verlassen wurde.

Die abtei Abbazia di San Salvatore di Foligno ist das Ergebnis späterer Umgestaltungsarbeiten, die auch aufgrund von Naturereignissen wie das Erdbeben im Jahr 1997, das Kirche sowie Kirchturm erheblich beschädigte, erforderlich waren.

Die Fassade aus dem 14. Jahrhundert ist mit drei spitzbogigen Toren versehen, die allesamt von kleinen Rosetten überragt werden, entworfen und umgesetzt vom Architekten Benvenuti im Jahr 1889.

Der Innenraum besteht noch heute aus den im 17. Jahrhundert geschaffenen und zwischen 1748 und 1759 vom Architekten Pietro Loni umgesetzten Formen.

Unter den Fresken, mit denen die Wände verziert sind, sind die Bedeutendsten eine Jungfrau unter den Heiligen (Vergine tra i santi) von einem unbekannten Künstler, die auf das 13. Jahrhundert datiert wurde, sowie die Flucht aus Ägypten (Fuga in Egitto), die Bartolomeo di Tommaso zugeordnet und auf das 14. Jahrhundert datiert wurde. Dieses Fresko befand sich ursprünglich rechts vom Haupttor und verzierte die Hauptfassade bevor es in der Moderne im Inneren des Gebäudes versetzt wurde.

Am rechten Seitenaltar befindet sich schließlich noch die Madonna mit Kind und dem Hl. Stanislaus Kostka, ein Werk des sizilianischen Malers Gaetano Sortini aus dem Jahr 1756.

Die Kirche Basilica di Santa Maria Infraportas, eines der ältesten religiösen Gebäude der Stadt Foligno, erhebt sich eines an der westlichen Seite der Piazza S. Domenico, gegenüber der gleichnamigen Kirche.

Die Basilika ist in offiziellen Dokumenten ab dem Jahr 1087 zu finden, als auch das angeschlossene Spital Santa Maria bestätigt wird. Das romanische Gebäude aus dem 11. Jahrhundert wurde auf einem zuvor heiligen Untergrund errichtet und ist heute in die Kapelle Cappella dell’Assunta (oder di S. Pietro) integriert, die auf das 7. bis 8. Jahrhundert zurückgeht.

Im Laufe seiner Geschichte trug das Gebäude verschiedene Namen. Dies ist ausgerechnet auf seine Grenzposition zurückzuführen: Außerhalb der Stadtmauern errichtet, wurde es als „extra porta“ oder „foris portam“ definiert und anschließend, ab dem 12. Jahrhundert in „infra portis“ umbenannt, da es mit der Erweiterung der Stadtmauern in das Stadtzentrum integriert wurde.

Die Außenfassade aus Ziegeln aus weißem und rosafarbenem Stein mit versetzten Reihen ist eine Nachbildung aus dem 19. Jahrhundert. Dasselbe gilt auch für das kleine Tor unmittelbar davor, das aus Säulen und Kapitellen aus dem 11. und 12. Jahrhundert besteht.

Rechts an der Hauptfassade befindet sich eine kleine Ädikula aus dem Jahr 1480 mit der Sinopia eines Freskos, auf dem die Hl. Anna, gekrönt von Engeln, dargestellt ist. Dieses Fresko wird Mezzastris zugeordnet. An derselben Seite befindet sich leicht versetzt der Glockenturm.

Der Innenraum ist in drei Schiffe unterteilt, wobei das Hauptschiff größer ist und über ein Tonnengewölbe verfügt, während die beiden Seitenschiffe kleiner sind und mit einem Kreuzrippengewölbe gestaltet sind.

Gleich links, direkt hinter dem Eingang, kann die berühmte Kapelle Cappella dell’Assunta bestaunt werden. Dabei handelt es sich um das älteste Herzstück der Kirche und mit großer Wahrscheinlichkeit um eine der ältesten Gedächtniskapellen der ganzen Stadt, in der sich zwei wichtige byzantinische Fresken befinden, die auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Darauf sind dargestellt: der Hl. Erzengel Michael und der Hl. Dismas, der heilige Schächer auf einer Seite, Cristo benedicente zwischen den Heiligen Petrus und Paulus auf der anderen. Eine von offiziellen Dokumenten nicht bestätige Legende besagt, dass die beiden Heiligen ausgerechnet in dieser Kapelle die heiligen Riten vollzogen haben.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts rundete eine Holzstatue der Madonna mit Kind die Dekoration ab. Sie ist heute nicht mehr zu sehen, da sie ohne das Kind, das im Jahr 1987 einem Raub zum Opfer fiel, in das Diözesanmuseum gebracht wurde.

Offizielle Dokumente bestätigen, dass das Gebäude seit 1631 als Pfarrkirche diente und zahlreiche Kunstwerke von lokalen und fremden Künstlern geschaffen wurden. So ist die Kirche Basilica di Santa Maria Infraportas mit Sicherheit eine der Sehenswürdigkeiten, die man sich in Foligno nicht entgehen lassen sollte.

Der wunderschöne Dom von Foligno befindet sich in der Nähe der Piazza della Repubblica, dem Herzen der Stadt und dem Dreh- und Angelpunkt des sozialen und religiösen Lebens.

Die Kathedrale, die dem Schutzpatron Feliciano geweiht ist, wurde 1133 von Maestro Atto erbaut, was eine Inschrift an der Hauptfassade bezeugt. Das Gebäude, das auf den Überresten der Grabstätte des Heiligen, dem es gewidmet ist, errichtet wurde, steht auf einem bereits bestehenden Gebäude aus dem 9.-10. Jahrhundert und war bis in die Neuzeit Gegenstand zahlreicher Restaurierungen und Änderungen.

Die vordere Hauptfassade isth zur kleinen Piazza del Duomo hin ausgerichtetund wurde 1904 mit einem Mosaik mit „Christus auf dem Thron“, San Feliciano und Messalina (Schutzpatrone der Stadt) sowie Papst Leo XIII. (Auftraggeber des Werkes) frei restauriert.

Aber die eigentliche Hauptfassade, bemerkenswert und mit noch wertvolleren Formen, befindet sich an der linken Seite des Gebäudes an der Piazza della Repubblica und verfügt über ein prächtiges Tor im romanischen Stil, 1201 von den Meistern Rodolfo und Binello erbaut, verziert mit Flachreliefs, die Friedrich Barbarossa, Innozenz III., die Symbole der Evangelisten und die Zeichen des Tierkreises darstellen.

Die monumentale Kuppel im Inneren ist ein Werk des Meisters Giuliano di Baccio D’Agnolo, während das Innere, das zwischen 1772 und 1819 vollständig umgebaut wurde, ein Meisterwerk im neoklassischen Stil von Giuseppe Piermarini ist, der das vorherige Projekt von Vanvitelli abänderte.

Der Dom von Foligno hat ein einziges Kirchenschiff, in dessen Mitte sich er  schöne Baldachin im Bernini-Stil befindet, der der berühmten Kuppel der Peterskirche in Rom originalgetreu nachgebildet ist.

Unterhalb des Erdgeschosses gelangt man in die Krypta, die das älteste Herzstück der Struktur mit Kapitellen und architektonischen Überresten aus der vorromanischen Zeit darstellt.

Unter den darin aufbewahrten Kunstwerken sind vor allem eine Statue aus dem 19. Jahrhundert und die Sakramentskapelle Kappella del Sacramento hervorzuheben, die 1527 von Antonio da Sangallo il giovane erbaut wurde.

Auf der gleichnamigen Piazza am Ende der heutigen Via Gramsci, ein alter Stadtteil, in dem Märkte stattfanden, erhebt sich die ehemalige Kirche mit angeschlossenem Kloster zum Hl. Domenico.

Das Gebäude wurde aufgrund einer Inschrift eines Epigraphen an der Fassade der Kirche auf das Jahr 1285 datiert, aber aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes ist heute das Datum nicht mehr klar zu erkennen. Historische Quellen scheinen jedoch die Hypothese, dass die Kirche ein Jahrhundert später, also am Ende des 14. Jahrhunderts, errichtet wurde zu bestätigen.

Der Haupteingang besteht aus einem imposanten, spitzbogigen Tor, das in das Innere des Schiffes mit Holzdach aus Dachbindern führt, das typisch für Bettlerorden ist.

Die Vortrefflichkeit des Gebäudes wird durch den Reichtum an malerischen Dekorationen im Inneren dargestellt: Mehr als 50 Figuren, davon einige schwer oder unmöglich zu erkennen, lassen die Seitenwände des gesamten Raumes lebendig erscheinen und sind eines der deutlichesten Zeugnisse für die Malerei des 14. und 15. Jahrhunderts in Mittelitalien.

Zu den schönsten Darstellungen gehören “Martirio di S. Sebstiano” (Martyrium des Hl. Sebastian) und “Sposalizio mistico di S. Caterina” (Mysthische Hochzeit der Hl. Katharina). Betreffend die stilistischen Eigenschaften glaubtenForscher im Freskenzyklus die unzähligen Hände lokaler Künstler wie l’Alunno, Bartolomeo di Tommaso und Giovanni di Corraduccio erkennen zu können.

In der Moderne, ab dem Ende des 20. Jahrhunderts, hat der architektonische Komplex seine religiöse Funktion verloren und ging in den Besitz der Gemeinde Foligno über, die das ehemalige Kloster in ein Auditorium umwandelte. Angeleitet wurde die funktionelle und teilweise aus strukturelle Verwandlung vom umbrischen Architekten Franco Antonelli, der das Werk nicht zu Ende bringen konnte. Es wurde jeodch nach seinem Entwurf vom Studio Antonelli e Associati fertiggestellt.

Zu den herausragenden Gebäuden in der Stadt Foligno zählt auch der Palazzo Trinci, dessen derzeitige Form das Ergebnis der von Ugolino Trinci ausgeführten Bauarbeiten ist. Die Familie der lokalen Gutsherren leitete die Geschicke der Stadt von 1305 bis 1439, und wie es die Stele „Amore e Psiche“ (Liebe und Psyche), eine der Marmorstatuen, die die Familie während ihrer Tätigkeit des Mäzenatentums in der Stadt sammelte, bezeugt, erfolgten die Arbeiten zur Monumentalisierung des Herrschaftssitzes zwischen 1289 und 1407. In diesen Jahren erwarb Ugolino III. Trinci einen Kern an Gebäuden, die dem reichen Händler aus Foligno, Giacomo Cicarelli de Zitelli, gehörten und an die bereits von der Familie Trinci bewohnten Gebäude angrenzten.

Der Palazzo erhebt sich um einen großen Haupthof und zwei kleinere Höfe herum. Vom Innenhof mit dem Brunnen kann die berühmte und wertvolle sowie monumentale Prunktreppe im gotischen Stil bestaunt werden, über die die drei Stockwerke des Gebäudes betreten werden. Die großen Säle des Gebäudes mussten zahlreichen Anforderungen gerecht werden – dem Privatleben der Besitzer, den Händlertätigkeiten, der Machtausübung und dem öffentlichen Leben in der Stadt.

Die monumentale Prunktreppe, heute im Inneren des Palazzo, bietet Zutritt zur Loggia mit Fresken von der Legende über die Gründung Roms, die wahrscheinlich für private Zwecke genutzt wurde. Von hier aus gelangt man in das Hauptgeschoss, in dem sich die Kapelle mit Geschichten der Jungfrau (von Ottaviano Nelli aus dem Jahr 1424) und die Sala delle Arti e dei Pianeti (Saal der Künste und Planeten) sowie die Sala degli Imperatori o dei Giganti (Saal der Kaiser oder der Riesen) befinden, deren Fresken, die auf die Jahre 1411 und 1412 zurückgehen, dem berühmten Gentile da Fabriano zugeordnet werden.

Die Monumentalität des Gebäudes, die heute aufgrund späterer Überarbeitung verloren ging, wurde durch zwei Mauerverbindungen bezeugt, die den Palazzo nuovo dei Trinci mit zwei weiteren wichtigen Gebäuden der Stadt verbanden: Palazzo delle Canoniche (bereits Wohnsitz der Trinci) und Palazzo del Podestà.

 

Im modernen Zeitalter wurde der ehemalige Adelspalast zu einem Kultursitz und beherbergt heute Abschnitte der Pinacoteca Civica (Städtische Gemäldegalerie), des Museo Archeologico Cittadino (Städtische Museum für Archäologie) und des modernen Museo multimediale dei Tornei, delle Giostre e dei Giochi (Multimediales Museum über Turniere, Rummelplätze und Spiele): Die Kollektion in der Pinacoteca Civica bezeugt seit 1936 die Geschichte der Scuola pittorica Folignate (Malerschule Foligno) zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert, wobei unter den Künstlern Namen wie Bartolomeo di Tommaso, Nicolò l’Alunno, Giovanni di Corraduccio und Pier Antonio Mezzastrisi erwähnt werden. Das Museo Archeologico ist in zwei Bereiche unterteilt und berichtet über die Geschichte der Stadt Foligno mit der vorzeitigen Romanisierung aufgrund der Via Flaminia und widmet einen speziellen Bereich der bildhauerischen Sammlung der Familie Trinci aus dem 15. Jahrhundert, zu der erwähnenswerte Werke wie Liebe und Psyche, die Statue des Togato und ein Relief von Hermes mit dem Widder. Das im Jahr 2001 eröffnete multimediale Museum enthält das gesamte Erbe an Ereignissen, Dokumenten, Fundstücken und Traditionen, die das soziale Leben in der Stadt teilweise bis heute beeinflussen, und beherbergt in seinem Inneren ein Dokumentationszentrum, das der Forschung, Katalogisierung und Digitalisierung von Materialien und Dokumenten dient.

Die Bruderschaft Confraternita del Crocifisso, so genannt aufgrund des Kults des Kreuzes und der Heiligen Peter und Paul, denen sie gewidmet war, ist seit 1410 in der Stadt Foligno aktiv, wurde aber erst 1570 offiziell gegründet. In vielen italienischen Städten wurden nach der katholischen Gegenreformation in diesem Jahrhundert Laienvereine gegründet, die sich, unterstützt von reichen Adels- oder Großbürgerfamilien, der Fürsorge für die Schwächsten widmeten: Krankenpflege, Totenbestattung, Wohltätigkeit für die Armen und Frenden, Witwen- und Mädchenhilfe waren nur einige der durchgeführten Wohltätigkeitsarbeiten.
Ende 1500 erhielten die Mitglieder der Confraternita von den Dominikanern die Konzession für einen Garten neben dem Kloster Piazza della Canapa (heute S. Domenico), in dem das heutige Oratorio del Crocifisso zwischen dem Palazzo Scafati Candiotti und der Kirche San Domenico, heute Auditorium von Foligno, errichtet wurde.
Die wertvollen und reichen barocken Formen der modernen Kirche zeugen von den häufigen und umfangreichen Spenden, die die Bruderschaft im Laufe der Zeit erhalten haben musste.

Die Arbeiten an dem Gebäude lassen sich in drei Hauptphasen unterteilen: Von 1570 bis 1642 wurde der ursprüngliche Kern erbaut, von dem ein Teil des Freskos mit der Darstellung von S. Elena ed il rinvenimento della Croce aus dem Jahr 1626 erhalten ist. Ab 1643 begannen die Arbeiten zur Erweiterung des Oratoriums mit dem Bau des in Temperafarben bemalten Holzdachs, das den Auferstandenen Christus mit Cherubim und Seraphim darstellt, das Werk der Künstler Francesco Costantini, Cristoforo Lacchi und Giovanni Battista Michelini. Die dritte und letzte Phase schließlich geht auf Anfang 1700 zurück, als die Inneneinrichtung der Kirche dank der Arbeiten von Felice Tucci aus Foligno abgeschlossen wurde.

Das Oratorio del Crocifisso di Foligno wurde nach dem Erdbeben von 1997 sowohl baulich als auch betreffend die Dekoration im Innern stark beschädigt und war Gegenstand einer umfangreichen Restaurierung, die erst kürzlich, im Jahr 2015, mit der Wiedereröffnung endete.

Am Eingang der Via Umberto I, unweit von der Kirche Chiesetta del Suffragio aus dem 18. Jahrhundert, befindet sich das Oratorium Oratorio della Nunziatella. Das kleine Gebäude wurde 1494 im Auftrag der Gemeinde Foligno, wahrscheinlich vom Architekten Francesco di Bartolomeo di Pietrasanta, erbaut und befindet sich an dem Ort, an dem der Tradition zufolge 1489 in der Nähe eines Freskos mit der Darstellung der Jungfrau ein wunderbares Ereignis stattfand. Aus diesem Anlass wollte die Gemeinschaft der Muttergottes einen Tempel widmen, um sich ihren Schutz zu sichern. Die Inneneinrichtung mit ihren feinen Details wird durch zwei berühmte Werke Peruginos verziert: Battesimo di Gesù (Taufe Jesu) und Padre eterno (Ewiger Vater).

Der Klosterkomplex Santa Maria in Campis erhebt sich im heutigen Umland der Stadt, wo früher die Ränder der alten Ortschaft Fulignae lagen.

Das älteste Herzstück des Gebäudes geht auf das 5. Jahrhundert zurück und gilt als eine der ältesten Basiliken Folignos. Einigen Quellen zufolge wurde das Gebäude in der Antike sogar als S. Maria Maggiore bezeichnet und als Mutterkirche anerkannt.

Das religiöse Gebäude wurde auf den Resten einer römischen Nekropole errichtet, mit Grabstätten aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr., auf einem Ausläufer der Via Flaminia, die Narnia mit Spoleto verband.

Ab 1373 vertraute der Bischof von Foligno das Klostergebäude zuerst den Zisterziensern, die den Leib Christi verehren, und anschließend den Benediktinermönchen von Monte Oliveto Maggiore an, die die Geschicke des Klosters von 1582 bis ins moderne Zeitalter leiteten.

Das Gebäude verfügt im Inneren über Anzeichen moderner Renovierungsarbeiten, durch die die originalen Formen zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert teilweise stark verändert wurden.

Die intensivsten Renovierungsarbeiten erfolgtem im Jahr 1849 infolge des Erdbebens vom Jahr 1832. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden weder der Stil eingehalten noch die Proportionen des Gebäudes berücksichtigt, um das beschädigte Hauptschiff mit unterschiedlichen und im Vergleich zu den beiden Seitenschiffen asymmetrischen Maßen zu restaurieren.

Im 19. Jahrhundert wurde die zweite Kapelle im linken Seitenschiff aufgrund ihrer Nutzung als Wohnraum stark beschädigt. Die vierte Kapelle wurde hingegen in eine Sakristei umfunktioniert, wobei alle Fresken, mit denen sie verziert war, leider verloren gingen, da sie mit Putz überdeckt wurden.

Im Jahr 1950 wurde dank der von Domenico Schenardi geleiteten Arbeiten die Kapelle S. Marta, die vom Bischof von Foligno, Paolo Trinci, im Jahr 1330 in Auftrag gegeben wurde, neben zahlreichen Fresken, die dem Alunno zugeordnet werden, wiederentdeckt.

An der Fassade der Kirche befindet sich links das Wappen von Papst Bonifazius IX., überragt von den päpstlichen Schlüsseln und von der päpstlichen Tiara zum Gedenken an den Besuch des Papstes im Jahr 1392.

Die Kirche ist heute in den öffentlichen Friedhof der Stadt Foligno eingebettet, aber von außen ist nicht zu erahnen welche Schönheiten in ihrem Inneren verborgen sind.

Zu den Fresken, die unbedingt erwähnt werden müssen, gehören jene der ersten Kapelle im linken Schiff, benannt nach Pietro di Cola delle Casse nach dem Namen des Auftraggebers, der die Kapelle in der Mitte des 15. Jahrhunderts finanzierte. Zentrum der Darstellung, die ein Schmuckstück der mittelalterlichen Malerei Italiens darstellt, ist Christus, der damit beschäftigt ist, das Wasser des Sees Genezareth während eines Sturms zu bändigen.

Das Thema im Schiff war eine Allegorie der Kirche, die ihre Stabilität auch bei Schwierigkeiten aufrecht erhalten kann.

An die Kirche angrenzend liegt der Kreuzgang mit quadratischem Grundriss, der aus drei Rundbögen, die an jeder Seite von Säulen aus Ziegelsteinen gehalten werden, besteht. Entlang des Tors verläuft ein Freskenzyklus, die dem Leben dem Heiligen Bernardo Tolomei gewidmet sind und vom Maler Lino Dinetto aus dem Veneto im Jahr 1963 gemalt wurden.

Der Heilige Bernardo, der aus einer adeligen Familie aus Siena stammte, beschloss 1313 sich dem Einsiedlerleben hinzugeben. In der Einsamkeit von Accona trug er das weiße Gewand als Symbol für die Verehrung der Jungfrau Maria und im Jahr 1319 gründete er die erste Gruppe des Klosters Monastero di Monte Oliveto Maggiore, dem die Kirche Chiesa di Santa Maria in Campis für mehr als vier Jahrhunderte überlassen wurde.

Der Ordensbruder und Gründer starb zusammen mit 80 Mitbrüdern während der Pest im Jahr 1348, nachdem er Bedürftigen geholfen hatte.

Palazzo Orfini befindet sich auf der Piazza della Repubblica, dem Herzen der Stadt, und ist durch einen Übergang mit dem benachbarten Palazzo del Podestà verbunden, mit dem es einen einzigen Komplex bildet. Der Palazzo wurde um 1200 erbaut und mit Sicherheit von der Familie Trinci restauriert und umgebaut. Die große Loggia, durch die sich das Gebäude auszeichnet, war direkt mit dem Palazzo Trinci, dem Herrenhaus, durch eine Mitte des 18. Jahrhunderts verloren gegangene Brücke verbunden.

Von Bedeutung sind die Dekorationen der großen Loggia: Außen über den Bögen sind die vier Kardinaltugenden (Gerechtigkeit, Mäßigung, Tapferkeit und Hochsinn sowie Weisheit oder Klugheit) dargestellt, die die Ausübung der politischen Macht überwachen, ein Werk, das Giovanni di Corraduccio zugeschrieben wird. An der gleichen Wand, im Inneren, sind die drei theologischen Tugenden auf hölzernen Thronen über den Mauern einer Stadt dargestellt: Der Glaube wird durch einen Mann symbolisiert, der ein Kreuz an die Brust und einen Kelch auf dem Schoß hält, die Hoffnung von einer Frau in einer Haltung des Gebets und die Liebe mit einer Frau, die zwei Kinder stillt. Die Darstellung endet mit einer vierten Figur, die die Eintracht darstellt, verkörpert von einer starken Frau, die zwei Bürger mit ihren Armen umfasst. Der Rest der gemalten Dekoration wäre eine Darstellung der mythischen Gründung der Stadt Foligno und des Geburtsortes der Familie Trinci, die sich stets der Veredelung ihres Ursprungs für politische und propagandistische Zwecke verschrieben hat.

1470, nur fünf Jahre nach der Verbreitung der Typographie in Italien, legten die Brüder Orfino (Emiliano, Mariotto und Antonio), päpstliche Kupferstecher und Münzmeister, den Grundstein für die berühmte Typografiekunst aus Foligno. Nachdem die erhellten Brüder ihr Zuhause zur Verfügung gestellt hatten, riefen sie drei herausragende Persönlichkeiten der damaligen Zeit zu sich und finanzierten sie: Johann Numeister und die beiden Deutschen Craf und Stephan Arndest, die authentische Meisterwerke hervorbrachten. Genau hier wurde am 11. Dezember 1472 mit einer Auflage von 200-300 Exemplaren zum ersten Mal der Text der Divina Commedia gedruckt.
In der Neuzeit, seit 2012, beherbergt Palazzo Orfini das Druckereimuseum, das die Etappen der Verbreitung der typografischen Kunst in der Stadt veranschaulicht.

Zusammen mit den Kirchen S. Magno (zum Hl. Magnus), S. Maria in Campis (Hl. Maria im Felde) und Miglio S. Paolo (zum Hl. Paul), wurde die kleine Kirche Chiesa Santa Maria (Madonna) della Fiamenga im Mittelalter gut eine Meile vom Grabmal des Hl. Feliciano (im heutigen Dom von Foligno) in einer der Kreuzungen rund um die Stadt errichtet, um ein schützendes Kreuz rund um das Grab herum zu errichten.

Mit einem romanischen Grundriss wurde die Kirche im 12. Jahrhundert gebaut (die erste offizielle Erwähnung geht auf das Jahr 1138 zurück) und war die Vorgängerin der Stadtkirche S. Giacomo (zum Hl. Jakob). Es scheint, dass die Kirche ein Ziel für zahlreiche Pilger und Wanderer auf dem Weg Cammino Lauretano sowie Zufluchtsort für ehemalige Häftlinge war, die anhand der gefundenen Graffitis ihre Spuren hinterließen. Als Pilgerstätte galt die Kirche auch für alle Einwohner Folignos, die jeden Sonntag hierher kamen. Außerdem wurde die Kirche ab dem Jahr 1500 von einem Einsiedler verwaltet, der in den an das religiöse Gebäude angrenzenden Räumlichkeiten lebte.

Der architektonische Grundriss, der sehr einfach und klein ist, besteht aus Stein aus Assisi. Er ist rechteckig und zeichnet sich durch ein einziges Schiff sowie ein zentrales Eingangstor aus.

Im Inneren der Kirche Chiesa della Madonna della Fiamenga befanden sich drei Altäre von denen zwei – dem Hl. Antonius von Padua und dem Hl. Feliciano gewidmet – verloren gingen.

Die letzten Restaurierungsarbeiten wurden 2004 vom Meister Ramponi im Auftrag des örtlichen Rotary Clubs durchgeführt, um die öffentliche Nutzung der Kirche zu verbessern.

Die Kirche Chiesa di San Giacomo mit dem angrenzenden Kloster der Serviten der Diener Mariens, steht auf dem gleichnamigen Platz in Foligno, nahe der Hauptader des Flusses Topino im Stadtteil Poelle, der zu den malerischsten Teilen der Stadt gehört. Das Gebäude gehört seit 1994 dem Mönchsorden, wurde aber auf dem Kern eines schon früher bestehenden Gbäudes aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Die späteren Umbauten veränderten die innere und äußere Struktur zwischen dem fünfzehnten und achtzehnten Jahrhundert.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die heutige Fassade aus abwechselnd weißen und rosa Steinbändern, dem eleganten Spitzbogentor und der achteckigen Kuppel, die sich über die drei Innenschiffe erstreckt, gebaut.

Im linken Seitenschiff befindet sich eine schöne Leinwand mit San Rocco (Hl. Rochus), die Mezzastris zugeschrieben wird, während die ebenfalls erwähnenswerten Fresken, die den Kreuzgang des Klosters schmücken, mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Philip Benizi zwischen 1657 und 1659 von Giovan Battista Michelini geschaffen wurden.

Außerhalb der Stadtmauern von Foligno, im heutigen Stadtteil Giovanni Profiamma, steht die Kirche Chiesa di San Giovanni Battista. Das heutige Gebäude wurde 1239 auf einem bereits bestehenden Gebäude errichtet, das auf die ersten Jahrhunderte des christlichen Zeitalters. Historische Dokumente bezeugen tatsächlich das vorherige Bestehen einer Basilika sowie des Bischofs, der seit der Zeit des Hl. Feliciano, dem heiligen Märtyprer aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. der als Patorn gilt, verantwortlich war.

Beim Erdbeben 1997 wurde die Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen, aber bereits am Ende des Jahres 1998 war sie restauriert und konnte wieder für religiöse Zwecke genutzt werden.

Die Fassade ist in der Mitte mit einer elegante Rosette mit 10 Rassen und zwei kleinen, zweibogigen Fenstern an beiden Seiten gestaltet, wohingegen das Eingangstor aus weißem Stein, das von einem gewissen Meister Filippo gefertigt wurde, mit Figuren, die das Böse darstellen. Rechts ist di eForm eines Bischofs bei der Tötung des Drachens mit dem Bischofsstab zu erkennen, vielleicht eine Darstellung des Patrons Feliciano, des ersten Bischofs der Stadt.

Das Innere der Kirche Chiesa di San Giovanni Battista di Foligno ist im romanischen Stil gestaltet und besteht aus einem einzigen Schiff. Das Presbyterium ist auf einem erhöhten Sockel mit 13 Stufen zu finden, wobei unter dem Sockel der Zugang zur Krypta liegt, die aus dre Schiffen besteht und von sechs Säulen gehalten wird.

Die kleine Kirche Sant’Apollinare, aufgrund der Bruderschaft, die dort lebte, auch bekannt als die Chiesa della Morte, befindet sich auf der linken Seite der Piazza del Grano, zugänglich von der Via Gramsci über die Via del Quattrocento und die Via Deli.

Die Compagnia della Buona Morte war verantwortlich für die Begleitung und Ausübung der letzten religiösen Ämter für die zum Tode Verurteilten.
Das 1148 errichtete Gebäude ist eine der ältesten Kirchen der Stadt, aber die Architektur in Form eines griechischen Kreuzes ist eine spätere Rekonstruktion aus dem 18. Jahrhundert, die von Francesco Antonio Bettini entworfen wurde.
Im Inneren der Kirche Chiesa di Sant’Apollinare o della Morte befinden sich einige wichtige Werke wie l’Annunciazione (die Verkündigung) von Gaetano Gandolfi und, auf den Altären, eine Resurrezione (Auferstehung) und eine Deposizione (Grablegung), die Nasini zugeschrieben wird

Gemäß dem Zeugnis von Ludovico Iacobilli wurde die Kirche Chiesa di Santa Caterina 1225 als religiöses Gebäude, das mit dem Kloster der Klarissen (auch als Vergini del Campo bezeichnet) verbunden war, errichtet. Die Klarissen sind hinter Mauern lebende Ordensschwestern des zweiten Ordens der Franziskaner, gegründet von der Hl. Klara von Assisi.

Heute ist vom gesamten Klostergebäude, das außerhalb der Stadtmauern des 13. Jahrhunderts sowie unweit vom heutigen Park Parco dei Canapé lag, ist heute nicht mehr übrig als die kleine Kirche. Ab 1869 wurde das Gebäude mit der Übersiedelung der Klosterschwestern in das Kloster S. Lucia abgerissen und für verschiedene andere Zwecke genutzt: als Kaserne, Lager für Saatgut, Garage für landwirtschaftliche Maschinen der Zuckerraffinerie Foligno usw. bis hin zur Wiederherstellung durch die Aufsichtsbehörde am Ende des 20. Jahrhunderts, wodurch die ehemalige Kirche als privilegierter Raum für Ausstellungen, Konzerte und Konferenzen verwendet werden konnte.

Das Gebäude verfügt über eine monumentale Fassade, verziert mit einem Geschossband mit dreilappigen Bogenfriesen. Im unteren Bereich befindet sich das mit salomonischen Säulen und mit Akanthusblättern an den Kapitellen gekrönten Pilastern verzierte Tor, wohingegen im oberen Bereich eine wunderschöne Rosette zu sehen ist.

Im Inneren ist die Kirche Chiesa di Santa Caterina groß und besteht aus nur einem Schiff, das sich über zwei Stockwerke erstreckt: der untere Chor, auch als Chor der Ordensschwestern bezeichnet, da er den hinter Mauern lebenden Nonnen vorbehalten war, sowie der obere Chor, der öffentlichen Feiern diente. Die beiden Räume sind durch ein Fenster hinter dem Hauptaltar miteinander verbunden, von dem aus die Ordensschwestern den Feierlichkeiten lauschen und die Kommunion empfangen konnte ohne zu sehen oder gesehen zu werden.

Die Kirche, die seit dem dreizehnten Jahrhundert besteht, war zunächst dem Hl Matthäus geweiht und wurde erst ab 1256 dem San Francesco (Hl. Franziskus von Assisi) geweiht, der diese Kirche der Tradition nach häufig besuchte. Ab 1796 wurde das alte Gebäude nach einem Projekt des Architekten Andrea Vici komplett umgebaut. Die mehrjährigen Arbeiten beaufsichtigten auch Giovanni Bettini und Vincenzo Vitali. 1856 wurde das Gebäude wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, aber es fehlte noch die Fassade, die erst 1886 vom Ingenieur Giovanni Bertucci gebaut wurde.

Die drei Eingangstore, die von einfachen Rahmen gesäumt und definiert sind, werden durch eine Stuckverzierung aus fünf Pilastern mit Kapitellen abgerundet.

Der Innenraum der Kirche San Francesco di Foligno ist im neoklassischen Stil gehalten und besteht aus einem einzigen Kirchenschiff, auf dessen beiden Seiten sich vier Kapellen befinden.

Die Apsis ist mit Fresken aus dem achtzehnten Jahrhundert verziert, während die Sakristei und die Kapelle Cappella di S. Matteo die fragmentarische Freskendekoration des vierzehnten Jahrhunderts enthalten.

Die kleine Kirche San Giovanni dell’acqua wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und scheint ihren Namen der Nähe zum Fluss Topino zu verdanken, wie der Historiker Ludovico Iacobilli aus Foligno bestätigt. Die ursprüngliche Struktur war in zwei Schiffe unterteilt, die dann für verschiedene Zwecke genutzt wurden: eines wurde weiterhin als religiöse Stätte genutzt, das andere als Sakristei, wobei die ursprünglichen gotischen Strukturen erhalten blieben.

Im Inneren der Kirche San Giovanni dell’acqua befinden sich bemerkenswerte Werke wie ein San Giovanni evangelista (Johannes der EvangelistI, der 1884 von Carlo Botti geschaffen wurde, und eine Holzstatue der Heiligen Apollonia, die Antonio Calcioni zugeschrieben wird.

Draußen, an der Wand zur Via delle Ceneri, befindet sich noch eine Ädikula mit einem Fresko eines unbekannten Künstlers aus dem fünfzehnten Jahrhundert.

Die der Santissima Trinità in Annunziata (Heiligen Dreifaltigkeit in Annunziata) gewidmete Klosterkirche wurde 1760 von den Maurermeistern Pietro und Giuseppe Buccolini nach einem Entwurf des Architekten Carlo Murena errichtet. Es scheint, dass es an dieser Stelle zuvor eine weitere Kirche gab, die der Heiligen Cäcilia gewidmet war.
Zu den ehrgeizigen Anfangsprojekten gehörte eine kostbare Stuckdekoration, die nie ausgeführt wurde: 1772, zwölf Jahre später, war Murena gestorben und die Kirche wurde nur im Tragwerk fertiggestellt. Die Nonnen, die bestrebt waren, die Kirche zu leiten, beschlossen, die Arbeiten einzustellen, und auch heute noch besteht das Gebäude nur aus seiner Wandstruktur.
Die ehemalige Kirche Santissima Trinità in Annunziata wird seit 1860 nicht mehr religiös genutzt und ist heute Sitz des zweiten Museumszentrums des CIAC (Centro Italiano Arte Contemporanea – Italienisches Zentrum für zeitgenössische Kunst) und beherbergt unter anderem die berühmte „Calamita Cosmica“ von Gino De Dominicis (1947-1998).
Dabei handelt es sich um ein Skelett, das aufgrund seiner Größe imposant ist: vierundzwanzig Meter lang und vier Meter breit, das erstmals im Museum für zeitgenössische Kunst Magazin in Grenoble ausgestellt wurde und nach einer langen Reise durch alle Welt schließlich 1990 wieder in Foligno landete.

Auf der Seite der Kathedrale, im Herzen der Stadt, im Inneren des Palazzo della Canoniche, befindet sich das Museo Capitolare Diocesano, das über eine monumentale Treppe zugänglich und in zwei Stockwerke unterteilt ist: Das Herzstück der Ausstellung ist die Statue des Heiligen Feliciano, die kürzlich wiederhergestellt und in eine Route eingefügt wurde, der alle historischen und künstlerischen Phasen des religiösen Gebäudes von der Romanik bis zur neoklassischen Phase verfolgt.
Ein zweiter Bereich der Ausstellung enthält Objekte verschiedener Art (Gemälde, Statuen, Wandteppiche und Prozessionskreuze) aus den Kirchen der Diözese, die infolge des Erdbebens von 1997 geschlossen wurden.
Die Krypta der Kathedrale befindet sich am Ende der Route und krönt den Besuch mit ihrer Schönheit.

Das Oratorium Oratorio di San Giovanni Decollato (oder della Misericordia)  wurde als eigener spiritueller Ort der Bruderschaft der Barmherzigkeit Confraternita della Misericordia errichtet, deren Gründung auf das Jahr 1428 zurückgeht. Die Gruppe Compagnia di S. Giovanni Decollato war auch als Bruderschaft  Confraternita di Giovanni degli Impiccati bekannt, wegen der wichtigen Tätigkeit, an der sie beteiligt war: Hilfe für arme Gefangene und Bestattung der zum Tode Verurteilten.

Die 1469 ausgestorbene Bruderschaft wurde 1565 auf Initiative von Giovanni Battista Orfini und Vincenzo Cantagalli wieder aufgebaut. Bei dieser Gelegenheit bat die Geselschaft die Gemeinde und den Bischof von Foligno aufgrund der starken Zunahme der Berufungen um einen neuen Sitz und erhielt ein Gebäude, das später zum Oratorium Oratorio del Gonfalone wurde.

Das Oratorio della Misericordia (Oratorium der Barmherzigkeit) scheint 1591 erbaut und zwischen 1649 und 1658 in seiner heutigen Form fertiggestellt worden zu sein: eine einfache Ziegel- und Steinfassade an der Außenseite und eine kostbare barocke Dekoration an der Innenseite, wo vier monumentale Altäre bewundert werden können, die dem Heiligen Johannes dem Täufer, der Unbefleckten Empfängnis, dem Heiligen Franziskus Xavier und dem Heiligen Eligius gewidmet sind.

Nicht jeder weiß, dass in diesem Oratorium in der Nacht zum 13. Dezember 1846 Colomba Antonietti und Graf Luigi Porzi heimlich geheiratet haben. Colomba ist eine italienische Patriotin, der Foligno eine Straße gewidmet hat. Sie wurde sogar von Giuseppe Garibaldi gelobt, weil sie sich entschieden hatte, mit ihrem Mann zu kämpfen, der sich der Römischen Republik angeschlossen hatte. Colomba schnitt sich die Haare ab und trug die Uniform eines Scharfschützen. Sie starb unter dem Beschuss der französischen Artillerie bei der Belagerung der Porta San Pancrazio starb (die ganze Episode wird in der Sala del Consiglio im Palazzo Comunale erzählt, auf den Fresken des Malers Mariano Piervittori).

Zum zentralen Platz von Foligno, der Piazza Repubblica, ausgerichtet, auf der gegenüberliegenden Seite des Doms, befindet sich der Palazzo Comunale, dessen ältester Kern aus dem dreizehnten Jahrhundert stammt. Strukturelle Änderungen wurden am Gebäude mehrmals vorgenommen, etwa im 16. Jahrhundert, als es fast vollständig neu gebaut wurde, und im 19. Jahrhundert, als die schweren Schäden durch das Erdbeben von 1832 behoben werden mussten. Aus diesem Anlass wurde zwischen 1835 und 1838 nach einem Entwurf des Architekten Antonio Mollari die heutige neoklassische Fassade gebaut, die sich in drei Stockwerke unterteilt, die durch sechs ionische Säulen mit fünf Rundbögen gekennzeichnet sind.

Das einzige noch erhaltene Element der ursprünglichen Struktur des Palazzo Comunale di Foligno ist der zinnenbewehrte Turm, der ebenfalls durch das Erdbeben von 1997 stark beschädigt und daraufhin im oberen Bereich wiederhergestellt wurde.

Die Legende besagt, dass in Rom zwei Männer eine Hetzrede unter dem Bild einer Madonna mit Kind führten. Einer der beiden, der den Kürzeren zog, flehte darum, im Namen der Jungfrau verschont zu werden, aber der Gegner tötete ihn trotzdem. Von diesem Moment an, heißt es, begann das Bildnis der Madonna zu weinen und der Kult der weinenden Jungfrau breitete sich schnell von Rom in viele andere Städte aus. In Foligno wird die Statue seit 1637 in der Kirche S. Leonardo verwahrt. Das im Herzen der Stadt gelegene Gebäude galt als ein wichtiges Heiligtum, wurde aber durch die Bombardierung des Zweiten Weltkriegs völlig zerstört.

Damals gelang die Fortführung des Kultes durch die Verlegung in die Kirche S. Agostino vor der Piazza Garibaldi, wo die Statue Statua della Madonna del Pianto noch heute erhalten ist. Sie befindet sich in einer Nische über dem Hauptaltar, geschlossen in einem hölzernen Tempelbau, der von zwei Engeln getragen und von einem Gemälde auf Leinwand überdeckt wird, das die Jungfrau selbst darstellt. Dieses Werk stammt von der Künstlerin Matilde Galligari Mattoli aus Foligno. Die Statue wird nur am Tag ihres Gedenkens, am Sonntag vor dem Fest des S. Antonio Abate im Januar, enthüllt und den Gläubigen gezeigt.

Der im 13. Jahrhundert erbaute und im 18. Jahrhundert umgeänderte und umgebaute Klosterkomplex war der erste Kern des Augustinerordens in Foligno und blieb es bis 1810.

Die Kirche verfügt noch heute über einige gotische Strukturen im Glockenturm mit Reihen aus weißem und rosa Stein, typisch für viele Kirchen der STadt, und in den beiden großen Fenstern auf der linken Seite.

Eine Rekonstruktion aus den Jahren 1748-50, ist hingegen die Hauptfassade aus vier korinthischen Säulen und zwei symbolischen Statuen, die von Nicolò Cesari und Francesco Antonio Bettini nach dem Entwurf von Pietro Loni geschaffen wurden.

Unter dem Tympanon können Sie die Widmung lesen, in der der Ordensbruder Generoso Cialdelli, Verwalter des Klosters und letztes Familienmitglied, der die Arbeiten an der Außenfassade und an einigen Innenkapellen finanziert hat, erwähnt wird.

Zusammen mit den Kirchen S. Magno, S. Maria in Campis und S. Maria della Fiamenga erhebt sich die kleine Kirche Chiesa del Miglio di San Paolo aus dem 18. Jahrhundert außerhalb des Stadtzentrums entlang einer der Hauptkreuzungen, die Foligno mit den umliegenden Städten verbindet, und stellt ein Kreuz rund um die Grabstätte von San Feliciano (heute auch Kathedrale von Foligno) dar, mit der Funktion, die Grabstätte zu schützen.
Die Kirche Chiesa del Miglio di San Paolo befindet sich entlang der Viale Ancona und weist sehr einfache Formen auf: eine einzige Halle mit einem polygonalen Grundriss, der mit einem Schnurzugrahmen verziert ist, der das Gebäude horizontal teilt. Im unteren Teil befinden das Eingangstor und kleine achteckige Fenster, im oberen Teil größere, rechteckige Fenster. Seit 1986 wird das Gebäude endgültig nicht mehr als Pfarre genutzt, ersetzt durch die Stadtpfarrei des Guten Hirten.

Außerhalb der Stadt Foligno, entlang der Corta di Colle, etwa hundert Meter von der Staatsstraße 77 entfernt, erreichen Sie den Hügel Colle di San Valentino di Civitavecchia. Nur wenige Menschen in Foligno kennen die Gegend, in der es scheint, dass es seit den ersten Jahrhunderten des Christentums eine civitas mit eigenem Gotteshaus gab. Der Historiker Ludovico Iacobilli spricht von einem befestigten Dorf, das sich ab dem dritten Jahrhundert nach dem Martyrium des Bischofs von Terni Valentino entwickelte, dem das Gebäude gewidmet war. Im 16. Jahrhundert muss jedoch der gesamte Komplex aufgegeben worden sein, weil er in den Quellen nicht mehr erwähnt wird.
Im Jahr 1530 übertrug die Adelsfamilie Cantagalli aus Foligno die Verantwortung den Kapuzinerbrüdern, die das Gebäude 1560 endgültig aufgaben und auf den nahegelegenen Hügel Colle di S. Giuseppe umzogen.
Heute sind nur noch wenige Fragmente der Umfassungsmauern und die Reste von zwei Säulen vom gesamten Kloster erhalten, während in der Krypta von S. Feliciano zahlreiche Fragmente römischer und mittelalterlicher Inschriften aufbewahrt werden, die an dieser Stelle gefunden wurden.

Der Spaziergang im historischen Zentrum hat Ihre Augen mit Sicherheit mit den unterschiedlichsten Formen der Architektur und religiöser Dekorationen erfüllt. Wie Rom in Miniaturformat, befindet sich in Foligno eine sehr breit gefächerte Palette an kirchlichen Gebäuden aus unterschiedlichen Zeitaltern, aber zwischen Kapelle und Oratorium haben Sie auch die Möglichkeit die Museen der Stadt zu besichtigen: das Museum Museo Capitolare Diocesana auf der Piazza della Repubblica, dessen Besichtigung auch den Besuch der sehr alten Krypta Cripta di S. Feliciano um fasst, das CIAC, das sich an zwei Positionen befindet, einmal im historischen Stadtzentrum und einmal in der ehemaligen Kirche Chiesa della SS. Trinità in Annunziata, das archäologische Museum, die Pinakothek und das Multimediale Museum der Wettkämpfe und Turniere, die sich alle im Inneren des Palazzo Trinci befinden und mit nur einem einzigen Ticket besucht werden können, sowie das Museum der Druckerei im Palazzo Orfini.

Von all dieser Kultur ermüdet können Sie Ihren Geist im grünen Stadtpark Parco dei Canapè, der am Ende des 18. Jahrhunderts entstand, um die mittelalterlichen Mauern zu schützen, die zu verfallen drohten, ruhen lassen oder sich in einer der 16 Sportanlagen im Besitz der Stadt sportlich betätigen.

Schließlich, wenn Ihr Entdeckerdurst noch nicht gestillt wurde, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Umgebung zu erkunden, wo andere Kirchen und Abteien außerhalb der Stadtmauern Ihre Neugier befriedigen können: Die Kirchen Chiesa di Miglio San Paolo, Chiesa S. Maria in Campis und die Chiesa della Madonna della Fiamenga sowie die Abtei Abbazia di Sassovivo (vollständig rochiert, mitten im Grünen und noch von Mönchen bewohnt) werden Sie mit Sicherheit nicht enttäuschen!

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DIE URSPRÜNGE UMBRIENS UND DIE RÖMISCHE PHASE

Die ältesten Überreste des bewohnten Zentrums wurden auf dem heutigen Hügel Colle di S. Valentina im Osten der Stadt gefunden. Dort liegen die Reste einer Nekropole und von Wohnhäusern.

Während des gesamtem Mittelalters war diese Siedlung unter dem Namen „Civitavecchia“ bekannt, um die Trennung zu einem späteren bewohnten Zentrum (dem heutigen) zu unterstreichen, das Handelsplatz im Tal, entlang des Flusses Topino, entstand.

Derselbe Name der Stadt erinnert an das Echo der Götter Supunna und Fulignia, die vor dem Eintreffen der Römer in diesem Gebiet verehrt wurden.

Im 12. Jahrhundert war die Siedlung als Castrum Sancti Feliciani (zu Ehren des heiligen Bischofs, der 251 einen Märtyrertod gestorben ist) bekannt und wurde später in Civitas Nova Fulignii umbenannt, um anschließend zum heutigen Namen Foligno zu kommen.

In der Naturalis Historia spricht Plinius der Ältere sogar über das Volk der Fulginates, das die Stadt gegründet haben soll. Wo auch immer der wahre Ursprung des Namens liegt, die Position des Handelsplatzes unten im Tal bei den Flüssen Topino und Menotre und von den umliegenden Hügeln gekonnt geschützt, musste die Römer gereizt haben, die versuchten die Stadt in mehreren Anläufen zu erobern, jedoch häufig auf die Feindseligkeit der Bewohner traf.

Zusammen mit dem nahegelegenen Spoleto war Foligno die einzige Stadt, die die besonders schnelle Eroberung der umbrisch-etruskischen Gebiete durch die Römer verlangsamte. Die Stadt fiel erst am Ende des 3. Jahrhunderts mit der Schlacht von Sentino in die Hände der Eroberer.

Ab dem Jahr 295 v. Chr. war Foligno Teil des Römischen Reichs mit dem Titel Praefectura und erlebte eine wichtige Expansionsphase im Zeitalter von Augustus infolge der Umleitung der Via Flaminia.

Wie es zuvor für die römische Eroberung geschah, erlebte die Verbreitung des Christentums im 2. Jahrhundert eine starke Verlangsamung im bewohnten Zentrum, das über einen langen Zeitraum dem Götzentum und dem heidnischen Aberglauben treu blieb. Erst im 5. Jahrhundert, als sich die neue Siedlung in der Nähe des Grabes von Bischof Feliciano, bei der heutigen Kathedrale Cattedrale di Piazza Repubblica bildet, gelingt die Christianisierung.

Eingeschränkt durch das Fortschreiten der Longobarden im 5. Jahrhundert wurde die Stadt 881 von den Sarazenen geplündert und zweimal, nämlich 916 und 925 von den Ungarn zerstört. Dies war der Anfang einer Krise und eines Abschnitts der Vergessenheit für die Gemeinde.

 

MITTELALTER UND ZEITALTER DER KOMMUNEN

Ab dem 11. Jahrhundert bezeugen die Quellen das Vorhandensein eines Bürgermeisters.

Im Jahr 1240, feierte Friedrich II., der in Assisi geboren wurde, jedoch innerhalb der Stadtmauern von Foligno aufwuchs, seinen triumphalen Einzug in das Stadtzentrum, begleitet von seinem Hof. Die kaiserliche Gunst brachte der Stadt eine Blütezeit von einigen Jahren bis zum Zusammenprall mit der Stadt Perugia, die dem Papst treu war und Foligno 1253 in Bedrängnis brachte. Die Einwohner Folignos erreichten den Kampf ohne Schuhe, mit Schnüren um den Hals und nach unten gerichteten Messern, baten um Verzeihung und erklärten, dass sie vom Kaiser versklavt wurden. Aber die Antwort Perugias war sehr hart und die Stadt musste ihre Stadtmauern zerstören, die Verteidigungsgräben füllen und den Siegern die Schlüssel sowie das Banner der Stadt übergeben.

Der harte Schlag hinderte die Bewohner jedoch nicht sich zu erheben, sodass das 13. Jahrhundert die Glanzzeit und der intensivsten Stadt- und architektonischen Entwicklung Folignos war. Im Jahr 1284 gelang es der Stadt sogar die Stadtmauer wieder aufzubauen, die bis heute zu sehen ist.

 

VON DER HERRSCHAFT DER TRINCI BIS ZUR MODERNE

Im Jahr 1305 erhoben die Einwohner Perugias und Spoletos erneut die Waffen gegen Foligno, um die Guelfen zu unterstützen. Nachdem der Anführer der Ghibellinen Anastasi gezwungen wurde sich nach Todi zurückzuziehen, drangen die Einfallenden in die Stadt ein und konnten den Palazzo Comunale einnehmen und Nallo Trinci zum Anführer des Volkes machen. Zu diesem Zeitpunkt begann die Regentschaft dieses Geschlechts, das die Geschicke der Stadt zwischen Höhen und Tiefen bis ins Jahr 1439 leitete.

In diesem Jahr vereinte Kardinal Giovanni Vitelleschi von den Bürgern, die den Papst um Hilfe gegen die tyrannische Politik von Corrado III Trinci gebeten hatten, die Truppen in Orvieto und belagerte Foligno, um die Regierung der Stadt im Namen der Kirche zu übernehmen.

Auch der Kardinal hatte jedoch wenig Glück, denn weniger als ein Jahr später wurde er in Castel Sant’Angelo erschossen.

Die Regierung der Stadt fiel in die Hände von Ludovico Scarampi und zahlreichen Gutsherren der Gegend, die den Bewohnern ihre Freiheit raubten. Foligno gelang es trotz desselben Schicksals, das alle italienischen Kommunen ereilte, eine gewisse Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten. Dies war der blühenden Landwirtschaft, Industrie und dem aktiven Handel zu verdanken, durch die die Stadt gekennzeichnet war.

Zwischen 1798-99 und 1809-14 wurde die Stadt von den Franzosen regiert, bevor sie 1860 endgültig in den entstehenden italienischen Staat eingegliedert wurde.

Aufgrund schwerer Bombardierungen während des Zweiten Weltkrieges und des starken Erdbebens im Jahr 1997, die die Stadt nachhaltig verändert haben, ist in Foligno heute nur noch ein Teil der alten und bekannten „Eiform“ erhalten, die das Stadtzentrum über Jahrhunderte gekennzeichnet hat. Das Wachstum in der Peripherie, das dank der flachen Gegend, in der sich die Stadt erhebt, möglich ist, ist ein klares Anzeichen für den starken Handel der Stadt, die als eines der aktivsten Handelszentren Umbriens gilt.

Aufgrund seiner Lage als Knotenpunt der Kommunikation und wichtiges Handelszentrum war Foligno seit der Antike Ziel für Künstler und Handwerker aus Italien und dem Ausland, wodurch sich eine große Anzahl an Künsten und Handwerken entwickelte, die einige der wichtigsten Etappen der italienischen Geschichte gekennzeichnet haben.

Darunter sind unbedingt die Kunstwerkstätten zu erwähnen, die zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert Künstler wie Allunno, Mezzastris und Bartolomeo di Tommaso zu Bekanntheit verhalfen. Ihre Werke gehören zu den wichtigsten Anziehungspunkten der Kirchen in der Stadt. Auch die Drucktradition, die die Geschichte der italienischen Literatur dank der Arbeit der Gebrüder Ofrini gekennzeichnet und den ersten Druck der Divina Commedia ermöglicht hat, ist erwähnenswert. Abschließend bleibt noch die Herstellung von Zuckermandeln zu erwähnen, die in Foligno von 1401 bis 1900 erfolgte und die Stadt so bekannt machte, dass ihr der Beiname „Stadt der gezuckerten Straßen“ gegeben wurde.

WEIN UND GASTRONOMIE

Dass sich Foligno für gute Küche auszeichnet beweist die Initiative der Stadt, die seit 1999 jedes Jahr eine Veranstaltung organisiert: Zwischen Ende September und Anfang Oktober können Sie das Festival dei Primi d’Italia erleben. Dabei handelt es sich um ein Stadtfest, bei dem große Köche, Erzeuger, Experten und Kritiker zusammenkommen, um sich einem einzigartigen kulinarischen Marathon zu stellen.

Wenn Sie hingegen Ihren Gaumen mit einer lokalen Spezialität verwöhnen möchten, sollten Sie sich die berühmte Rocciata, eine typische Süßspeise aus Foligno, nicht entgehen lassen. Sie besteht aus einem dünnen Teig aus Weizenmehl, der eine Masse aus Nüssen, Zucker, Olivenöl und Äpfeln umhüllt. Dieser Füllung können noch weitere Zutaten wie Alchermes, Kakao, Rosinen, getrocknete Feigen, Zimt und Pinienkerne je nach Belieben und Fantasie hinzugefügt werden.

ÖL UND WEIN

Foligno fügt sich in die Reihe der umbrischen Hersteller von Öl und Wein von besonders hoher Qualität ein. Betreffend den Olivenanbau hat der Abschnitt „Oli d’Italia“ des Magazins Il Gambero Rosso die Familie Viola aus Foligno im Jahr 2017 als Hersteller eines der besten Bio-Öle in ganz Italien ausgezeichnet.

Die Weinprodukte aus Foligno sind integraler Bestandteil des regionalen Projekts „Strade del vino“ (Weinstraßen), der dem Sponsoring und der Aufwertung lokaler Produkte anhand von Pfaden im Inneren der Region sowie anhand der Verkostung dieser Produkte dient. In Foligno sind die wichtigsten Weinkellereien Tenuta San Lorenzo und Terre dè Trinci.

Am 13. Februar 1613 fand auf Anordnung der Prioren der Stadt zum ersten Mal die Giostra della Quintana statt. Der Adelige Ettore Tesorieri, Gerichtsschreiber und Notar der Gemeinde, wurde damit beauftragt die Regeln zu verfassen, wodurch eine der berühmtesten und beliebtesten Pferdeveranstaltungen Italiens ins Leben gerufen wurde. Diese Tradition ging einige Jahre lang verloren und wurde erst im Jahr 1946 wieder belebt, indem sie zu einem unvergesslichen Erlebnis verwandelt wurde, das die Straßen des historischen Stadtzentrums in Foligno zweimal im Jahr füllt. Derzeit besteht das Turnier tatsächlich aus zwei Wettkämpfen. Der erste wird „La Sfida“ („die Herausforderung“) genannt und findet im Juni statt, der zweite heißt „La Rivincita“ („die Revanche“) und wird im September ausgetragen. Die geschicktesten Reiter Stadtteile fordern sich dabei heraus, mit ihrer Lanze die neun (drei für jedes Turnier) an Puppen entlang der Strecke befestigten Ringe aufzuspießen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei ansteigend, da der Durchmesser der Ringe schrittweise von zehn auf acht und anschließend auf sechs Zentimeter verkleinert wird.

In den Köpfen ist das Festival dei Segni Barocchi, das seit 1981 jährlich zwischen Ende Juni und Anfang September stattfinden und Musik, Theater, Ausstellungen und Kino im Zeichen des Barockzeitalters bietet, eng mit der Giostra della Quintana verbunden.

Ebenfalls zu den Festen zählt der Carnevale dei Ragazzi, der an den letzten drei Faschingssonntagen stattfindet und einen Umzug mit den berühmtesten allegorischen Wägen der gesamten Region bereithält.

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