{"id":3229,"date":"2018-11-23T12:02:28","date_gmt":"2018-11-23T11:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.exploring-umbria.com\/eremo-delle-carceri\/"},"modified":"2019-12-23T12:27:21","modified_gmt":"2019-12-23T11:27:21","slug":"kloster-eremo-delle-carceri","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.exploring-umbria.com\/de\/entdecke-assisi\/sehenswuerdigkeiten-in-assisi\/kloster-eremo-delle-carceri\/","title":{"rendered":"Kloster eremo delle carceri"},"content":{"rendered":"
Wer nicht mehr l\u00e4nger durch die \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen Assisis spazieren m\u00f6chte, f\u00fcr den gibt es einen Ort au\u00dferhalb der Stadt, an dem \u201ebesichtigen\u201c nicht nur \u201ebeobachten\u201c und mehr oder weniger Informationen erhalten bedeutet. Diesen Ort zu besuchen bedeutet dank seiner Geschichte, Position und Atmosph\u00e4re ein einzigartiges Erlebnis rundum \u201ewahrzunehmen\u201c. Das Leben ist hier weit ruhiger als au\u00dferhalb. Die Ger\u00fcche und Ger\u00e4usche, die wahrzunehmen sind, entsprechen genau jenen von vor 800 Jahren. Es wird schnell klar, dass im Eremo delle Carceri, gut f\u00fcnf Kilometer vom Zentrum in Richtung Berg Monte Subasio entfernt, der Frieden, die Betrachtung und die Spiritualit\u00e4t, die in den R\u00e4umen der Franziskaner im Mittelalter wahrzunehmen waren, so wirklich wie an keinem anderen Ort sind.<\/p>\n
In der Antike wurde mit dem lateinischen Wort carceres<\/em> nicht nur ein Ort der Strafe, sondern auch ein Ort des R\u00fcckzugs, der Bu\u00dfe und der Einsamkeit bezeichnet.\u00a0 Genau das machten Franziskus und seine Mitbr\u00fcder, als sie die kleine Cappella di S. Maria<\/strong> (Kapelle zur Hl. Maria) erreichten und sich in die nat\u00fcrlichen Grotten und Schluchten zur\u00fcckzogen, die ihnen die Bergwelt dort in der N\u00e4he bot, um zu beten und zu meditieren. Nur die Kapelle wies urspr\u00fcnglich auf diesen Ort hin. Sie wurde Franziskus \u2013 wie auch der Rest der Porziuncola<\/strong> \u2013 von den Benediktinerm\u00f6nchen der Gegend Subasio geschenkt. Sp\u00e4ter errichteten die Ordensbr\u00fcder dort in der N\u00e4he einen kleinen Gebetsraum, und im 15. Jahrhundert wurde nach Anordnung des Ordensvorstandes S. Bernardino da Siena<\/em> (Hl. Bernhardin von Siena<\/em>) aus der kleinen Kapelle eine \u2013 ebenfalls kleine, jedoch besser strukturierte \u2013 Kirche und der dreieckige Kreuzgang, der auf das Tal und die waldige R\u00fcckwand des Berges hin ausgerichtet ist wurde hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n Im Lauf der Zeit f\u00fcgten die Franziskaner, die Eremo seit jeher verwalteten, dem kleinen Komplex weitere Bauten hinzu. So nahm das Geb\u00e4ude im 19. Jahrhundert seine endg\u00fcltige Form an. Die Regel<\/em>, nach der die Br\u00fcder einfache und unbearbeitete Geb\u00e4ude errichten mussten, einerseits, und ihr Einfallsreichtum und ihre Kreativit\u00e4t andererseits, erm\u00f6glichten die Errichtung dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Komplexes, der sich teilweise vom ihn umgebenden Felsen abzuheben und teilweise damit zu verschmelzen scheint.<\/p>\n Heute k\u00f6nnen die originalen R\u00e4umlichkeiten wie die Kapelle, der Gebetsraum und die Grotten, die Franziskus und seine ersten Mitbr\u00fcder nutzten, um dort ihre Momente der Einsamkeit und Meditation zu verbringen, besichtigt werden. Die Grotta di Francesco<\/strong> (Grotte des Hl. Franziskus), die erste beim Hinabgehen zur Kapelle, die in den Wald hineinf\u00fchrt, enth\u00e4lt nur zwei \u201eEinrichtungsgegenst\u00e4nde\u201c, die selbstverst\u00e4ndlich auch aus Stein bestehen: eine ebene Fl\u00e4che, die zum Schlafen genutzt wurden, und ein Felsblock, der wahrscheinlich als Sitzgelegenheit diente. Ein kleines Loch im Boden der Grotte weist traditionsgem\u00e4\u00df auf die Stelle hin, in der der Teufel verschwand, nachdem er mehrmals versucht hatte den Heiligen zu verf\u00fchren. Au\u00dferhalb der Grotte windet sich ein Steig zu den jahrhundertealten Steineichen. Entlang dieses Steiges sind noch weitere historische Grotten zu finden, in die sich Leone<\/em>, Egidio<\/em>, Silvestro<\/em>, Bernardo da Quintavalle<\/em> und Andrea da Spello<\/em> zum Beten zur\u00fcckzogen. Eine der \u00e4ltesten Steineichen, die mit einem Schild gekennzeichnet ist, das auf die \u00c4ra von Franziskus zur\u00fcckgehen k\u00f6nnte, wurde in der Vergangenheit als der Baum der ber\u00fchmten Vogelpredigt gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um eine Episode aus der Heiligengeschichte von Franziskus, die ihn w\u00fcrdigt, zusammen mit der Komposition des Sonnengesangs<\/strong>, der so erscheint, als w\u00e4re Franziskus der erste Mensch auf Erden gewesen, der die Prinzipien des Umweltschutzes und des Respekts gegen\u00fcber der Natur verbreitet hat.<\/p>\n Heute wissen wir, dass die Predigt nicht nur einmal erfolgte, sondern mehrmals an verschiedenen Orten. Historische Quellen bezeugen, dass die am n\u00e4chsten zu Assisi gelegene Predigt nicht bei Eremo delle Carceri, sondern in der Umgebung von Cannara, einem kleinen Ort am Fu\u00df des Gebirges, stattfand. Weiter \u00fcber den Steig verbindet eine Br\u00fccke zwei Vorspr\u00fcnge des Felsens. Zwischen diesen Vorspr\u00fcngen liegt ein tiefer Graben. Der Legende zufolge beherbergte der Graben urspr\u00fcnglich einen Wasserlauf, den Franziskus mit der Hilfe Gottes trockengelegt hatte, denn er st\u00f6rte die Meditation. In Wirklichkeit haben einige Studien gezeigt, dass aufgrund der Beschaffenheit des Karst dieses Gebirges die oben am Berg gelegene Quelle immer wieder unterbricht und im Durchschnitt alle 20-30 Jahre wieder zu flie\u00dfen beginnt. Die Volkstradition bringt solche Ereignisse mit einigen Unheilen im Lauf der Jahre in Verbindung und sieht das erneute Flie\u00dfen der Quelle als ein unheilvolles Vorzeichen an. Auf der anderen Seite der Br\u00fccke gelangt man zur Cappella di Santa Maddalena<\/strong> (Kapelle zur Hl. Magdalena), unter der im Jahr 1477 Barnaba Manassei, ein Franziskaner, der die Monti die Piet\u00e0 \u2013 Kreditinstitute, die zum ersten Mal auch den \u00e4rmsten Staatsb\u00fcrgern zug\u00e4nglich waren \u2013 ernannt hatte, begraben wurde.<\/p>\n Eremo delle Carceri ist ein Ort komplexer Verflechtungen, der allen Besucher die M\u00f6glichkeit eines einzigartigen Erlebnisses, der weit \u00fcber eine touristische Besichtigung hinausgeht, bietet. Geschichte verschmilzt mit Legende, Natur umh\u00fcllt Spiritualit\u00e4t und vor allem vereint sich die Vergangenheit mit der Gegenwart. Die Realit\u00e4t, die inner- und au\u00dferhalb der kahlen und strengen Mauern verborgen liegt, ist seit Jahrhunderten gleich. Beim Beobachten des Lebens, das ein Ordensbruder heute im Eremo f\u00fchrt, bekommt man einen weltweit seltenen und wertvollen Einblick in die Vergangenheit, um zu verstehen, wie Franziskus die Regel f\u00fcr sein Leben hier wie folgt festgelegt hat:<\/p>\n [136] Coloro che vogliono condurre vita religiosa negli eremi, siano tre frati o al pi\u00f9 quattro. Due di essi facciano da madri ed abbiano due figli o almeno uno. I due che fanno da madri seguano la vita di Marta, e i due che fanno da figli quella di Maria.<\/em><\/p>\n [137] E questi abbiano un chiostro, nel quale ciascuno abbia una sua piccola cella, nella quale possa pregare e dormire. E sempre recitino compieta del giorno, subito dopo il tramonto del sole, e cerchino di conservare il silenzio e dicano le ore liturgiche e si alzino per il mattutino, e prima di tutto ricerchino il regno di Dio e la sua giustizia. [\u2026] E quei frati che fanno da madri procurino di stare lontani da ogni persona e, per obbedienza al loro ministro, custodiscano i loro figli da ogni persona, cos\u00ec che nessuno possa parlare con essi. E questi figli non parlino con nessuna persona se non con le loro madri e con il ministro e il loro custode, quando piacer\u00e0 ad essi di visitarli, con la benedizione del Signore Iddio.<\/em><\/p>\n [138] I figli per\u00f2 talora assumano l’ufficio di madri, come sembrer\u00e0 loro opportuno disporre per un necessario avvicendamento, e cerchino di osservare con attenzione e premura tutte le cose sopraddette. [\u2026]<\/em><\/p>\n (Fonti Francescane, Regola di Vita negli eremi)<\/p>\n Unser Tipp? Kaufen Sie sich eine Landkarte mit den Wanderwegen am Berg Monte Subasio nehmen Sie au\u00dferhalb des \u00f6stlichen Ortsteils von Assisi einen der zahlreichen Wege im Park, die nach Eremo f\u00fchren. Der anstrengende Aufstieg wird die Sch\u00f6nheit dessen, was Sie umgibt, nicht beeintr\u00e4chtigen. Im Gegenteil: Sobald Sie das Ziel wie tausende Menschen vor der Errichtung der Asphaltstra\u00dfe im vergangenen Jahrhundert schon vor Ihnen, wird alles noch authentischer wirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Wer nicht mehr l\u00e4nger durch die \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen Assisis spazieren m\u00f6chte, f\u00fcr den gibt es einen Ort au\u00dferhalb der Stadt, an dem \u201ebesichtigen\u201c nicht nur \u201ebeobachten\u201c und mehr oder weniger Informationen erhalten bedeutet. Diesen Ort zu besuchen bedeutet dank seiner Geschichte, Position und Atmosph\u00e4re ein einzigartiges Erlebnis rundum \u201ewahrzunehmen\u201c. Das Leben ist hier weit ruhiger […]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5965,"parent":3249,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0},"acf":[],"yoast_head":"\n