{"id":3193,"date":"2019-02-12T10:13:43","date_gmt":"2019-02-12T09:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.exploring-umbria.com\/alla-scoperta-delle-origini-di-citta-di-castello\/"},"modified":"2020-01-07T20:01:42","modified_gmt":"2020-01-07T19:01:42","slug":"geschichte-von-citta-di-castello","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.exploring-umbria.com\/de\/entdecke-citta-di-castello\/geschichte-von-citta-di-castello\/","title":{"rendered":"Geschichte von Citt\u00e0 di Castello"},"content":{"rendered":"
VON DEN URSPR\u00dcNGEN BIS ZUM MITTELALTER<\/strong><\/p>\n Der Ursprung des bewohnten Stadtzentrums ist nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt, aber es scheint, als ob die ersten Pfahlbauten am alten See Tiberino entstanden sind, der heute nicht mehr besteht. Die arch\u00e4ologischen Funde bezeugen das Bestehen eines Dorfes eines oskisch-umbrischen sowie eines samnitischen Stammes seit dem 1. Jahrtausend v. Chr., dessen Name Tifernum lautete und das \u00fcber Jahrhunderte derart stark war, dass der Vorsto\u00df der Etrusker in das Gebiet zerschlagen wurde. Citt\u00e0 di Castello ist noch heute die wichtigste Stadt des Tales Alta Val Tiberina, ein Gebiet, das in der Antike konstant Gegenstand von K\u00e4mpfen zwischen den angrenzenden V\u00f6lkern aus Umbriern und Etruskern war. Im 7. Jahrhundert v. Chr. war Tifernum ein reicher, autonomer und unabh\u00e4ngiger Ort, der Handelsbeziehungen zu den Etruskern und allen angrenzenden V\u00f6lkern unterhielt ohne von diesen beherrscht zu werden.<\/p>\n Erst im 3. Jahrhundert v. Chr., etwa ab dem Jahr 283, verlor das St\u00e4dtchen seine Autonomie und wurde infolge der Schlacht Battaglia di Sentino<\/strong> Teil des r\u00f6mischen Besitzes. Dabei wurde ihr name auf Tifernum Tiberinum<\/em> abge\u00e4ndert. Unter der neuen Rechtsprechung erlebte die Stadt einen Zeitabschnitt des Wachstums und der Bl\u00fcte, vor allem aus architektonischer Sicht. Diese positive Zeit erreichte ihren H\u00f6hepunkt im 1. Jahrhundert v. Chr, als Plinius der J\u00fcngere<\/em>, der in Tifernum eine private Villa besa\u00df, auf eigene Kosten zahlreiche \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude errichten lie\u00df.<\/p>\n Unter der Herrschaft von Diokletion wurde Tifernum im 3. Jahrhundert n. Chr. Teil der Provinz<\/p>\n \u201eTuscia et Umbri\u201c<\/em>„, die der r\u00f6mischen Rechtsprechung vollst\u00e4ndig unterstand. So wurde in der Region das Christentum verbreitet. Crescentianus von Citt\u00e0 di Castello, der einer Legende zufolge von Diokletian selbst in Pieve d\u00e8 Saddi, im S\u00fcdosten der heutigen Stadt, gefoltert wurde, gilt als Schl\u00fcsselfigur der christlichen Predigten in der Stadt und wird heute als Heiliger Crescentianus verehrt.<\/p>\n Der erste Bischof der Stadt war hingegen Eubodio, der das Schicksal des Ortes im 5. Jahrhundert lenkte, bevor sie von den Goten Totilas<\/em> vollst\u00e4ndig dem Erdboden gleich gemacht wurde. Auf dem Schutt der ehemaligen Stadt Tifernum wurde dank des Einsatzes von Bischof Florido, Patron der Stadt, ein neuer Ort errichtet und befestigt, der den Namen Castrum Felicitatis<\/em> erhielt und zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert in Castellum Felicitatis<\/em> sowie sp\u00e4ter in Civitas Castelli<\/em> umbenannt wurde, in den direkten Vrol\u00e4ufer des heutigen Namens: Citt\u00e0 di Castello<\/strong>.<\/p>\n \u00a0<\/strong><\/p>\n ZEITALTER DER KOMUNEN UND DYNASTIE DER VITELLI<\/strong><\/p>\n Ab dem 9. Jahrhundert erlangte Citt\u00e0 di Castello politische Autonomie und wurde zu einem strategischen Ort der Region. Umk\u00e4mpft von Perugia sowie vom Kirchenstaat, einmal den Guelfen anh\u00e4ngig, einmal den Ghibellinen anh\u00e4ngig, wurde von beiden M\u00e4chten in kurzen Zeitabst\u00e4nden abwechselnd beherrscht. Nach einer kurzen Regentschaft der Guelfen eroberten 1326 die Gebr\u00fcder Tarlati<\/em> (Guido<\/em>, Bischof von Arezzo, und Pietro<\/em>, auch Saccone genannt) die Stadt und beherrschten sie bis zum Volksaufstand im Jahr 1335, bei dem sie dank der Unterst\u00fctzung Perugias geschlagen wurden. Wenige Jahre sp\u00e4ter, im Jahr 1350, beanspruchte Perugia den Besitz von Citt\u00e0 di Castello, hatte dabei jedoch wenig Erfolg, denn nur ein Jahr sp\u00e4ter schlugen die Einwohner der Stadt zur\u00fcck und erlangten ihre Freiheit wieder. Im Jahr 1422 war Braccio<\/strong>, gro\u00dfer Feldherr der Familie Fortebracci da Montone<\/em>, an der Reihe, der nach einem erbitterten Kampf und mit der politischen Hilfe der Kirche Citt\u00e0 di Castello an sich rei\u00dfen und die Stadt bis 1428 beherrschen konnte. Ab diesem Zeitpunkt bliebt die Stadt f\u00fcr gut ein Jahrhundert unter der Herrschaft des Kirchenstaates. Dabei kam es zu internen K\u00e4mpfen zwischen den Adelsfamilien des Ortes, insbesondere zwischen den Giustini<\/em> und den Vitelli<\/em>, wobei letztere schlie\u00dflich erfolgreich waren und eine st\u00e4dtische Herrschaft aufbauen konnten, die bis hin 16. Jahrhundert andauerte. Im Jahr 1474 erlitt die Stadt die bekannte achtzigt\u00e4gige Belagerung durch die Truppen von Papst Sixtus IV. Bei dieser Gelegenheit wurde Niccol\u00f2 Vitelli geschlagen und dazu gezwungen die Stadt zu verlassen. Er wurde auf Anordnung des Papstes f\u00fcr gut acht Jahre ins Exil nach Urbino verbannt. Im Jahr 1482 befreite der alte Herr unterst\u00fctzt von einem Volksaufstand und von den Medici die Stadt und erhielt so den Beinamen \u201cVater der Heimat\u201d. Neben ihrem politischen Einsatz ist der Dynastie der Vitelli auch die kulturelle Bereicherung von Citt\u00e0 di Catello zu verdanken. Die umbrische Gemeinde wurde dank des M\u00e4zenats ihrer Herrscher zu einer kleinen toskanischen Insel betreffend k\u00fcnstlerische und architektonische Formen. W\u00e4hrend des gesamten 16. Jahrhunderts waren bekannte K\u00fcnstler wie Ghirlandaio<\/em>, Luca<\/em> Signorelli<\/em>, Vasari<\/em>, Raffael<\/em>, Gentile<\/em> da<\/em> Fabriano<\/em> und Rosso<\/em> Fiorentino<\/em> im Auftrag der Vitelli<\/em> in der Stadt t\u00e4tig und schufen eine gehobene und helle Atmosph\u00e4re, vor deren Hintergrund auch die Kunst der Druckerei entstand, die auf das Jahr 1538 sowie auf Magister Mazzocchi<\/em> zur\u00fcckgeht.<\/p>\n <\/p>\n DIE MODERNE<\/strong><\/p>\n Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts verlor die Stadt trotz des M\u00e4zenats der Vitelli<\/em> ihre Autonomie und fiel endg\u00fcltig unter die Herrschaft des Kirchenstaates. Diese dauerte bis zum Einfall der Franzosen im Jahr 1798 an. Die napoleonischen Truppen besetzten die Stadt ein Jahr lang, bevor sie vom Kirchenstaat zur\u00fcckgeschlagen wurden. Im Jahr 1809 kehrten die napoleonischen Truppen wieder zur\u00fcck und diesmal besiegten sie ihre Gegner, wodurch es ihnen Gelang Citt\u00e0 di Castello bis zum Zerfall des Ersten Kaiserreichs im Jahr 1814 zu beherrschen. Dabei verlor die Stadt einen ihrer k\u00fcnstlerischen Sch\u00e4tze: \u201eLo sposalizio della Vergine<\/em>\u201c (\u201eDie Verm\u00e4hlung der Jungfrau Maria\u201c) von Raffael<\/em> wurde von den franz\u00f6sischen Truppen entwendet und der Stadt\u00a0 nicht mehr zur\u00fcckgegeben. Erst nach jahrelangen Verhandlungen konnte die R\u00fcckf\u00fchrung des Bildes nach Italien erfolgen, das heute in der Galerie Galleria di Brera verwahrt wird.<\/p>\n An den ersten Bewegungen der Renaissance nahm Citt\u00e0 di Castello aktiv teil und gr\u00fcndete 1831 ein Comitato Provvisorio. Im Jahr 1860 wurde die Stadt teil des K\u00f6nigreichs Italien.<\/p>\n Heute ist die Stadt das wichtigste und am dichtesten bev\u00f6lkerte Zentrum des Tales Alta Valle del Tevere. Dies ist dem reichen historisch-k\u00fcnstlerischen Erbe sowie den lebendigen Veranstaltungen in der Stadt zu verdanken, denn dadurch zieht sie Jahr f\u00fcr Jahr ganzj\u00e4hrig zahlreiche Touristen an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" VON DEN URSPR\u00dcNGEN BIS ZUM MITTELALTER Der Ursprung des bewohnten Stadtzentrums ist nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt, aber es scheint, als ob die ersten Pfahlbauten am alten See Tiberino entstanden sind, der heute nicht mehr besteht. Die arch\u00e4ologischen Funde bezeugen das Bestehen eines Dorfes eines oskisch-umbrischen sowie eines samnitischen Stammes seit dem 1. Jahrtausend v. 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